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Wie jede andere Sportart auch haben selbstverständlich alle Judovereine ein sehr großes Interesse daran, ständig neue Mitglieder zu gewinnen. Ohne Mitglieder kann unser (nicht nur aus Sicht des Verfassers für die Kinder und Jugendlichen sehr wertvoller) Sport vor allem regional auf Dauer nicht existieren. Deshalb möchte ich Ihnen bei einer Entscheidung für eine Sportart Ihres Kindes behilflich zu sein:
Weshalb also sollten Sie Ihr Kind zum Judo schicken?
· Judo ist eine Sportart, in der Kinder ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben können. Das unterscheidet uns natürlich nicht unbedingt von anderen Sportarten.
· Judo ist eine Sportart, in der das Miteinander und nicht das Gegeneinander im Vordergrund stehen!
· Judo ist eine Sportart, in der schwere Verletzungen sehr selten sind. Dies wird vor allem durch die enorme Vielfältigkeit der trainierten Bewegungsabläufe vermieden.
· Judo ist eine Sportart, in der man Erlerntes bewusst umsetzen und anwenden muss, um Erfolg zu haben. Deshalb schult Judo auch die intellektuelle Entwicklung Ihres Kindes.
· Judo ist eine Sportart, die ausnahmslos alle Kinder erlernen können – auch sogenannte „schwierige Kinder“.
· Judo ist eine Sportart, mit der sich vor allem Kinder gegenüber anderen Kindern auch „hervorheben (ich mache Judo!)“ können – also ein Selbstbewusstsein schafft, welches gerade heutzutage sehr wichtig ist.
· Judo ist eine Sportart, in der auch Kinder mit über- oder unterdurchschnittlichen so genannten „Defiziten“ (salopp gesagt : zu dick, zu dünn, zu schwach) zu Leistungen motiviert werden können, die gerade Außenstehende ihnen nie zugetraut hätten und wodurch das Selbstvertrauen enorm gestärkt wird.
· Judo ist eine Sportart, in der die Disziplin in der Gruppe eine Grundvoraussetzung ist – für „Raufbolde“ eine optimale Gelegenheit, wirklich einmal zu zeigen, was sie „draufhaben“!
· Judo ist eine Sportart, in der keine grölenden und betrunkenen Krawallmacher sich (zum Teil) ungehindert ausbreiten können.
· Judo ist eine Sportart, in der Doping bis zu diesem Zeitpunkt kein (auch nicht wie in anderen Sportarten totgeschwiegenes) Thema ist.
· Judo ist eine Sportart, in dem pädagogische Leitziele real definiert sind und auch konsequent angewandt werden. Das sind u.a.:
Das Ziel der gegenseitigen Rücksichtnahme
Das Ziel des geringsten Aufwandes bei höchstem Nutzen
Das Ziel des Wissens um eigene Fähigkeiten
Das Ziel des Wissens um die Schwere des Erreichens der eigenen Fähigkeiten (je mehr ich trainiere, umso mehr kann ich erreichen)
Das Ziel der Gewaltlosigkeit außerhalb definierter Regeln, die wiederum auf dem Prinzip 1 basieren
Das Prinzip des sozial dominierenden Miteinander
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Die Sportart Judo leistet einen sehr wichtigen Beitrag für die Erziehung Ihres Kindes sowie für die Persönlichkeitsentwicklung hinsichtlich sozialer und emotionaler Kompetenzen! |
Selbstverständlich gibt es für alle guten Gründe auch Gründe dagegen:
Weshalb sollte mein Kind kein Judo erlernen?
Mein Kind ist dafür nicht geeignet!
Was verstehen Sie unter „nicht geeignet“? Einfach mal ausprobieren!
Mein Kind ist zu sensibel!
Alle Kinder sind sensibel! Hauptverantwortliche Trainer sind in den allermeisten Vereinen auch mit den Situationen vertraut, die Feinfühligkeit verlangen. Unterschätzen Sie nicht die Fähigkeit Ihres Kindes, mit Problemen während des Trainings umzugehen. Wenn Sie eine „Käseglocke“ um Ihr Kind errichten, wird im Ernstfall (vorrangig Schule; für Ältere auch Beruf) eine Konfliktbewältigung ein echtes Problem!
Mein Kind ist körperlich viel zu schwach!
Kinder befinden sich je nach Alter in unterschiedlichen Entwicklungsphasen. Mit dem Training werden nicht vorhandene physische Voraussetzungen sukzessive verkleinert. Dies betrifft hauptsächlich bei kleineren Kindern (4-9Jahre) den Bereich der Koordination sowie der Schnelligkeit. Körperliche Defizite hinsichtlich (spezieller) Kraft und Ausdauer werden aufgrund der auf den Altersbereich zugeschnittenen Anforderungen erst im späteren Abschnitt (ab 10 Jahren) reduziert. Hierzu muss noch gesagt werden, dass bei der Ausbildung eines Übungsleiters ein sehr großer Wert auf altersspezifische Anforderungen gelegt wird. Eine körperliche Überforderung Ihres Kindes müssen Sie also nicht fürchten. Das größte Problem des Judotrainings im Freizeitsportbereich ist die Unterforderung des Schülers!
Mein Kind ist viel zu dick!
Gerade für „dicke“ Kinder ist Judo eine sehr gute Möglichkeit, sich auch entsprechend ihrem trotzdem vorhandenem Bewegungsdrang zu betätigen. Selbst auf großen internationalen Wettbewerben im Hochleistungssport sind sehr häufig „dicke“ Judokas zu sehen, die trotz ihres augenscheinlichen „Defizits“ sportliche Höchstleistungen mühelos zeigen, welches durch ganz normales Judotraining erreicht wird. Wenn man dick ist, heißt das noch lange nicht, dass man nicht gesund ist. Neueste wissenschaftliche Studien zeigen, dass man vor allem dann gesund und zu hohen Leistungen fähig ist, wenn man sich ganz einfach wohl fühlt.
Mein Kind hat aufgrund der Belastung in der Schule keine Zeit
Geben Sie Ihrem Kind unbedingt einen Ausgleich! Der Leitspruch aller Budo-Sportarten lautet: „Nur in einem gesunden Körper wohnt auch ein gesunder Geist“. Einem Kind Bewegung zu versagen ist eine Beschneidung der persönlichen Grundrechte eines Menschen (dies ist die persönliche Meinung des Verfassers)!
PS: Bei schlechten schulischen Leistungen ein fünfmaliges Judotraining je Woche auf zweimal abzusenken mag durchaus Sinn machen – aber was soll das, selbst am Freitag ein Kind aufgrund schlechter schulischer Leistungen nicht mehr zum Judo zu schicken? Lernt das Kind am Freitagabend? Körperlicher Ausgleich ist eines der wichtigsten Dinge für ein Schulkind überhaupt!
Um jetzt kein Missverständniss aufkommen zu lassen: Der Verfasser dieses Artikels ist selbst Lehrer und hat zwei Kinder. Wie wichtig ihm Bildung und ein guter Schulabschluss ist, darüber dürften keine Zweifel herrschen!
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Ich hoffe, Ihnen bei der Entscheidung geholfen zu haben. Gern stelle ich mich Ihren Fragen und senden Sie einfach eine kurze Mail an : info@judo.sonkop.net. |